UNTERDRÜCKUNG
und wie sie als scheinbare Generallösung für alle Probleme unsere Gesellschaft durchzieht.

Der Ausstieg aus dem System der Unterdrückung gestaltet sich oft schwierig, denn zu sehr wurden wir in die Hirngespinste von Bestrafung, Druck, Erpressung, Kritik, Herabsetzung, usw. indoktriniert. Zu sehr wurden wir selbst misshandelt. Zu viel Fehlverhalten wird uns täglich in den Seifenopern und Hollywoodschinken schmackhaft gemacht. Und weil wir Unterdrückung so oft erleben, wurde die erlebte Unterdrückung zur gelebten Unterdrückung! Das, was wir erlebt haben, geben wir (bewusst oder unbewusst) an andere weiter – und so vererbte sich Unterdrückung von Generation zu Generation in zunehmendem Maße weiter, bis sie heute zur alltäglichen Realität wurde.

Doch Krankheiten sind heilbar, ohne dass man etwas „niederkämpfen” müsste. Man kann Kinder erziehen, ohne sie zu zerbrechen. Zwischenmenschliche Beziehungen können verbessert, Süchte können kuriert werden – wir können die Zustände verbessern, wenn wir das System erkennen und aussteigen. Die dabei zurückkehrende Lebensfreude kann ganz erstaunlich sein.

Also: Was ist das grundlegende Muster unserer Gesellschaft? Wie werden „die Massen” kontrolliert? Wie „löst” man die Probleme des Menschen im allgemeinen?

Begeben wir uns zur Beantwortung dieser Fragen ins echte Leben: Der Stuttgarter Westen ist ein extrem dicht besiedeltes Gebiet. Was soll man tun, wenn es nach 19:00 Uhr definitiv keinen Platz mehr gibt, an dem man sein Auto abstellen könnte? Nirgends! Man ist schon froh, wenn es überhaupt nur irgendwo eine Stelle gibt, z.B. auf einer Ecke. Was tun, wenn dieses „schändliche Verhalten” dann mit einem bläulichen Wisch quittiert wird, auf dem so offiziell wie verwarnenderweise vermerkt ist, man hätte sich des „Tatbestandes Parken mit Behinderung” schuldig gemacht und solle finanzielle „Buße” tun? Was passiert, wenn man so ein „Knöllchen” nicht bezahlen will? Aus dem anfänglichen „Verwarnungsgeld” wird bei Nichtbezahlung bald ein „Bußgeld”, das bei fortgesetzter Zahlungsverweigerung schließlich die städtische Vollstreckungsabteilung auf den Plan ruft (Achten Sie auf die Wortwahl: Bußgeld, Vollstreckung)! Die Vollstrecker können sodann das Konto pfänden, den Gerichtsvollzieher schicken – und wenn dies nicht zum (für die Stadt gewünschten) Ergebnis führt, Erzwingungshaft anordnen. Verzugszinsen, Mahngebühren und Vollstreckungskosten dürften sich bis dahin auf ca. 200,– Euro summiert haben. Werden Sie sich bitte der Absonderlichkeit dieses Umstands bewusst!

Falls jemand es schafft, sein Bußgeld fortgesetzt nicht zu bezahlen, wird Haftbefehl gegen ihn erlassen. Und falls er sich dann nicht gut genug versteckt, werden eines Vormittags zwei Herrschaften in Grün antanzen, und ihn auffordern, seine Zahnbürste einzupacken. Ein oder zwei Tage „Bunker”. Doch mit der Auszeit ist keineswegs die Geldbuße beglichen!

Erkennen Sie, mit wie viel bzw. wenig Liebe die Staatsbediensteten ihren Bürgern dienen? Ich möchte hier auf Sachverhalte aufmerksam machen, die wir mittlerweile gemeinhin als normal hinnehmen, die jedoch weit davon entfernt sind, tatsächlich normal zu sein. Sie sind nämlich unterdrückerisch! Sie sind unterdrückerisch, weil nur Symptome niedergedrückt werden, anstatt die eigentlichen Ursachen zu ermitteln und zu beheben.

Denn nirgendwo auf dem langen Weg von Bußgeldbescheid zu Haftvollzug wird unser Falschparker eine Kommunikation der folgenden Art erhalten: „Mein lieber, steuerzahlender Bürger, warum parktest Du auf der Ecke?” Oder: „Warum weigerst Du Dich, das Knöllchen zu zahlen?” Kein Interesse an den Beweggründen, an einer verständnisvollen Lösung in Friede und Freundschaft. Darf ich Sie daran erinnern, dass es der Bürger ist, der das Gehalt des Beamten bezahlt, dass der Beamte da ist, um dem Bürger zu dienen, nicht um ihn herablassend zu behandeln und ihn bei Nichtbezahlung eines Strafzettels ins Gefängnis zu stecken!!

Ich möchte daher einmal beispielhaft aufzeigen, wie eine Kommunikation zwischen geistig gesunden Menschen ablaufen würde: Bürger zahlt Verwarnungsgeld beharrlich nicht, Beamter fragt nach: „Sehr geehrter Bürger, warum bezahlst Du nicht!” Bürger antwortet: „Weil ich es nicht einsehe, dass ich die Strafe dafür zahlen soll, dass ihr euren Job nicht macht und keine Parkplätze schafft! Wie soll ich ordnungsgemäß parken, wenn es zahlenmäßig nur die Hälfte an Parkplätzen gibt wie Anwohner mit PKWs?” Beamter: „Oh, das verstehe ich! Ich werde Ihr Anliegen bei der zuständigen Behörde einreichen. Der Strafzettel ist hinfällig. Verzeihen Sie die Umstände, die wir Ihnen bereitet haben.”

Oder: Beamter: „Warum zahlen Sie Ihr Bußgeld nicht?” Bürger: „Ich seh' ja ein, dass ich aus Bequemlichkeit auf der Ecke geparkt habe. Ich hätte einen anderen Platz gefunden, wollte aber nicht so weit laufen. Aber ich hab' schlichtweg kein Geld.” Beamter: „Nun gut. Was schlagen Sie vor?” Bürger: „Ich könnte 'ne halbe Stunde im Park den Müll aufräumen, den die Passanten auf den Rasen geworfen haben!” Beamter: „Prima Idee. Wann?” Fertig!! Die Ursachen wurden angegangen, anstatt die Symptome niederzuknüppeln. Das Problem ist aus der Welt geschafft! Niemand muss sich mehr grämen, keiner protestiert mehr, keiner ärgert sich, keiner schimpft mehr über den anderen. Eine echte Lösung!! Sie halten das für Utopie? Ich halte es für die einzige Antwort, wenn wir jemals in Glück, Harmonie und Fröhlichkeit miteinander leben wollen!

Stattdessen: „Apparat befiel' wir folgen Dir!” Kommunikation mit dem Bürger? Niemals, wo kämen wir denn da hin!?! Das würde ja Probleme lösen – und den Apparat verkleinern, anstatt ihn zu vergrößern! Undenkbar!

Die wohl einzige, echte Lösung für Parkplatzprobleme – übrigens – wäre natürlich die, Parkplätze zu schaffen – oder aber die Bürger mittelfristig davon zu überzeugen, dass Fahrradfahren besser für die Gesundheit ist. Doch Strafen sind mit Sicherheit keine Lösung, sie verschlimmern und verfestigen das Problem nur weiter.

Das ist das System, das sich durch unsere gesamte Gesellschaft zieht: Keine Kommunikation, kein Verstehen, kein Interesse an den eigentlichen Ursachen – und daher keine Lösungen, keine Verbesserung, nur Niederknüppeln von Symptomen und Auswirkungen. Ende Kapitel-1 (Auszug)


In den weiteren 12 Kapiteln der Broschüre »Best of Depesche« Nr. 4 „Unterdrückung” erfahren Sie, wie sich dieses System durch SÄMTLICHE Bereiche unseres Lebens zieht, von der Kindererziehung, über Schule und Ausbildung, über die Arbeitswelt, Steuern, Kirche, Justizvollzug; wie unterdrückerisches Verhalten von einem Menschen zum anderen überspringt und sich von Generation zu Generation weitervererbt … zumindest so lange, bis wir das System erkennen, umdenken und entscheiden auszusteigen.

Erfahren Sie, wie das funktioniert, und wie damit nicht nur die eigene Lebensfreude markant erhöht werden kann, sondern auch die der Mitmenschen. Statt einer Abwärtsspirale des Lebens können wir eine Aufwärtsspirale erschaffen.

BEST OF DEPESCHE NR. 4: UNTERDRÜCKUNG
24 Seiten, Farbumschlag, € 3,--




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