Ein wichtiges Kapitel aus Jörg Blechs neuem
Buch "Die Krankheitserfinder" (S. Fischer, erscheint
in wenigen Tagen) ist Thema in der MONITOR-Sendung vom 7. August
(20.15 Uhr in der ARD). Blech und der Monitor-Redakteur Mathias
Werth berichten über "Osteoporose: Wie die Pharmaindustrie
eine Volkskrankheit erfand". Die Pharmaindustrie definiert
die Gesundheit des Menschen gegenwärtig neu. Viele normale
Entwicklungsphasen des Lebens - Geburt, Alter, Sexualität
und Tod - werden systematisch zu Krankheiten umdefiniert. Global
operierende Konzerne sponsern die Erfindung von "Krankheiten"
und Behandlungsmethoden und schaffen so ihren Produkten die Märkte.
Häufig genug stehen hinter alarmierenden, aufklärenden
Nachrichten über Krankheiten finanzkräftige Marketingstrategien.
In diesem Zusammenhang erscheinen neben der Osteoporose zum Beispiel
das sogenannte Zappelphilipp-Syndrom, Bluthochdruck und die männliche
Menopause in neuem Licht. Wo ist die Grenze zwischen seriöser
Medizin und raffinierter Marketingkampagne? Mehr Informationen
zur Sendung unter www.monitor.de.
Osteoporose:
Wie die Pharmaindustrie eine Volkskrankheit erfand
Bericht: Mathias Werth, Jörg Blech
Die Weltgesundheitsorganisation zählt die
Osteoporose inzwischen zu den zehn wichtigsten Krankheiten. Allein
in Deutschland seien am sogenannten Knochenschwund mehrere Millionen
Menschen erkrankt - vor allem Frauen nach der Menopause seien
davon betroffen. Grund für die angebliche Volkskrankheit:
Auf Betreiben der Pharmaindustrie hatte die Weltgesundheitsorganisation
willkürlich Grenzwerte festgelegt, die von einem Tag auf
den anderen aus beschwerdefreien Menschen kranke Patienten machten,
die von nun an bis ins hohe Alter mit Medikamenten behandelt werden
können. Besonders beliebt sind dabei Hormonpräparate.
Doch die, so Experten, schaden mehr als sie nutzen.
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